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Meine Reise über Aachen nach Dresden und Leipzig
vom 16. bis 23. Juni 2009



Der eigentliche Anlass für diese Reise war unser Forumsfreunde-Minitreffen vom 20. bis 21. Juni in Dresden. Es war für mich allerdings etwas mehr als nur ein Wiedersehen mit einigen Forumsfreunden…


2005 war ich zum ersten Mal in der ehemaligen DDR und habe mir bei der damaligen Reise auch die Stadt Dresden ansehen können. Nun wollte ich eigentlich schon im Februar zu Falkos 50sten Geburtstag wieder einmal "gen Osten" reisen, habe das aber wegen der Jahreszeit auf den diesjährigen Sommer verschoben. So traf es sich gut, das sich einige von meinen Forumsfreunden im Juni in Dresden treffen wollten. So konnte ich wieder einmal 3 Fliegen mit einer Klatsche treffen und machte mich auf den Weg von Spanien aus über meine Heimatstadt Aachen zum Familienbesuch. Weiter ging es dann von Düsseldorf (Weeze) aus über Berlin nach Grossräschen wo ich dann zunächst meinen Freund Falko und seine Frau Iris besuchte.

Meine Flüge hatte ich am 16.4.2009 sehr günstig bei Ryanair buchen können. Für die drei Flüge, Barcelona/Girona – Aachen/Maastricht (33,38€), Düsseldorf/Weeze – Berlin/Schönefeld (8,45€) und Leipzig/Altenburg – Barcelona/Girona (21.40€), habe ich gerade einmal inklusiv aller Zusatzkosten, Steuern und KK-Gebühren, 63.23€ gezahlt. Da ich mit 10Kg. Handgepäck (und 3Kg in den Jackentaschen versteckt) reiste, brauchte ich keine zusätzlichen Koffergebühren zu zahlen. Für dieses Geld kann ich nicht einmal die Autobahngebühren von Spanien bis Deutschland bezahlen, von den anderen Kosten wie Sprit und sonstigem ganz zu schweigen.

Kurz vor meiner Abreise erhielt ich eine Mail von einer jungen Frau, die mich wegen meiner San Francisco Seite anschrieb und gerne ein paar Tipps für ihren San Franciscoaufenthalt haben wollte. Eine sehr schöne, freundliche Mail und als sie dann noch schrieb, das sie dort wohne wo ich geboren wurde, habe ich ihr angeboten die Tipps persönlich abzuliefern und mich mit ihr in Aachen auf ein Eis zu treffen…

Kurz um, wir haben und für 16:00Uhr vor dem Eingang der Mayerschen Buchhandlung verabredet. Ich bat sie um ihre Handynummer damit ich sie anrufen kann, ob es bei 16:00Uhr bliebe oder ob es später werden könnte. Der Flug war pünktlich und auf den Bus nach Aachen musste ich auch nicht lange warten. Meinen kleinen Koffer habe ich bei meiner Schwägerin im Laden untergebracht und war pünktlich am besagten Eingang. Dort gegenüber steht eine Bank… (wieder ne Bank für Willy) und dort nahm ich Platz und beobachtete den Büchereieingang. Kurz vor 16:00Uhr tauchte dort ein Frau auf die allerdings älter aussah als die, mit der ich telefoniert hatte denn die hörte sich ziemlich jung an… Sie schien aber jemanden zu suchen… Dann kam sie auf mich zu und setzte sich neben mich auf die Bank und beobachtete, wie ich, den Eingang… Nach einer Weile sprach ich sie einfach an und fragte sie ob sie denn die Denise sei… "Wie, sie sind verabredet mit jemand den sie nicht einmal kennen"? Fragte sie mich mit bösem Gesichtsausdruck… Meine Güte hat die blöde Ziege ne Show abgezogen von wegen plumper Anmache und so… (Manche Menschen können halt leider immer nur in die falsche Richtung denken)

Nachdem ich sie aufgeklärt hatte und mich in aller Form (allerdings im übertriebenen Maße) bei dieser Gewitterziege entschuldigt hatte, tauchte auf der anderen Straßenseite "meine Verabredung" auf und Denise kam mit ausgebreiteten Armen auf mich zu. Mensch hat sie sich gefreut, dass ich tatsächlich gekommen bin um sie mit Tipps über San Francisco zu versorgen.

Ich habe mich dann ganz laut vorgestellt und gesagt: "Mein Name ist Willy Schulz. Ich bin Webmaster von www.SanFrancisco4You.com, der Webseite mit dem persönlichen Service". Ist das nicht ein geiler Spruch? Ich könnte mich schieflachen, besonders weil ich das dumme Gesicht der Gewitterziege auf der Bank immer noch vor mir sehe… und als ich ihr dann auch noch zurief: "Tja, so kann man sich halt täuschen…" da lief ihr Gesicht fast schon grün an.

Wir haben dann noch ein leckeres Eis gegessen und ich konnte einige Tipps für den Aufenthalt in meiner amerikanischen Lieblingsstadt an den Mann bzw. an die Frau bringen. Manchmal lernt man auch übers Internet liebenswerte Menschen kennen. Denise gehört eindeutig dazu und es hat mir sehr gefallen mich mit ihr zu unterhalten. Sie ist jetzt mit ihrem Freund in den USA unterwegs und ich wünsche ihr auch hier noch einmal eine ganz tolle Reise!

Abends gab’s dann noch ein Treffen mit meiner deutschen Familie und jede Menge zu erzählen. Für den nächsten Tag gab’s noch ein paar Besuche bei Onkel und Tanten und am Donnerstagmorgen holte mich mein Schwager Erwin ab und brachte mich nach Weeze zum Flughafen. Gott sei Dank hatte ich mich genau an die 10 Kg Handgepäck gehalten denn dort wurde mein Koffer sogar gewogen und mit 9,9Kg akzeptiert. Die peinlich genaue Durchsuchung meiner Sachen und das Abtasten meines Körpers habe ich so nicht einmal bei meinen USA-Reisen erlebt. Auch bei der Ankunft in Berlin Schönefeld fand ich es schon etwas sonderbar das vom Zoll/Grenzschutz auf dem Flughafen-Parkplatz noch Koffer von ankommenden Gästen kontrolliert wurden. Hier blieb ich aber Gott sei Dank verschont und erreichte pünktlich meinen Zug, der mich dann auf direktem Wege zu Falko nach Großräschen brachte.

Ich war alleine im Abteil und schaute aus dem Fenster. Ein herrlicher sonniger Tag und die Strecke führt hauptsächlich durch den Wald. Einige Rehe konnte ich sehen und immer wieder ging es vorbei an wunderschön angelegten Schrebergärten. Typisch Deutsch und akkurat angelegt. War ich jetzt schon auf ehemaligem DDR Gebiet oder gehörte diese Ecke vor der Wende zur BRD? Ich muss zugeben, dass ich das nicht wusste. Ich achtete deshalb besonders darauf wie denn die vereinzelten Häuser aussahen um vielleicht so die Frage beantworten zu können. Also an den Häusern konnte ich nichts erkennen was ich mit der DDR in Verbindung gebracht hätte, bei einigen Bahnhöfen schon eher. Ich würde Falko fragen und dann bescheid wissen. An der Strecke sah ich plötzlich ein Ortsschild auf dem stand Lübben (Spreewald) und darunter stand Lubin (Blota)… Damit konnte ich nun gar nichts anfangen. Wie ich von Falko, der am Bahnhof Großräschen schon auf mich wartete, erfuhr, habe ich mich seit der Ankunft auf dem Schöneberger Flughafen nur auf ehemaligen DDR-Gebiet bewegt und das Lubin das sorbische Wort für Lübben ist. Dem zu Folge heißt Speewald dann auf sorbisch Blota… Ist schon ein Ding, da fahre ich durch mein Heimatland und weiss nicht einmal genau wo ich bin, noch welche Sprachen man in Deutschland außer deutsch noch spricht… und das fast 20 Jahre nach der Wende…

Ich muss gestehen, das ich nur vereinzelt alte Häuser gesehen habe die ich mit dem, was ich von der ehemaligen DDR wusste oder besser mit dem was man uns über die DDR erzählt hat, in Verbindung gebracht hätte. So komisch das jetzt klingen mag… Ich kam mir vor wie in Deutschland… und das beantwortet eigentlich schon all meine Fragen.

Falko hat mir dann einiges in der näheren Umgebung gezeigt. So waren wir am Lausitzring und sahen den Porschefahrern beim Training zu. Wir waren in Senftenberg wo er mir die schöne Innenstadt gezeigt hat. Als ich dann auch noch das Ortsschild von Neu Seeland sah, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen aber auch das gibt’s in Deutschland und 10 Km westlich davon liegt Großräschen.

Am nächsten Morgen habe ich zusammen mit Falko etwas ganz verrücktes gemacht. Nach dem Aufstehen haben wir zusammen schnell eine Tasse Kaffee getrunken und dann sind wir los nach Lübbenau und dort haben wir uns ein ganz besonderes Frühstück "genehmigt" es gab, nachdem wir zuerst einige der verschiedensten Sorten der typischen Spreewaldgurken probiert hatten…, Currywurst mit Pommes (rot/weiß). Von Himbeereis zum Frühstück hatte ich ja schon gehört aber ne Currywurst zum Frühstück… das war auch für mich eine Premiere.

    

Anschließend haben wir dort einen ausgedehnten Spaziergang unternommen und haben viele der der Seitenarme der Spree gesehen. Dort waren viele Boote mit Touristen unterwegs und diese Gegend hat mir sehr gut gefallen. Für den Abend haben wir dann noch ein Glas der Spreewaldgurken, die mir am besten geschmeckt hatten, gekauft und diese dann für den geplanten Grillabend mit nach Großräschen genommen.

    

Mein "Brother" Gerry reiste schon an diesem Freitagabend an und als er dann endlich auftauchte hörte es auch auf zu regnen. Iris hatte schon die Pfannen und den Herd soweit vorbereitet aber dann haben wir doch wie geplant auf der Terrasse gesessen und uns den Bauch mit gegrilltem Fleisch und leckeren Würsten "vollgeschlagen". Auch das Fass Bier wurde angeschlagen und es war ein herrlicher Abend.


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