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Mittwoch, 26.03.1997
Wir sind mit IBERIA von Barcelona nach Paris und von dort aus mit DELTA nach New York und
unsere Koffer haben sich in Paris wohl 3 Tage (!) verlaufen. Aber nun sind sie endlich da und nach
dem Frühstück geht es, bei leichtem Regen, zum Flughafen JFK, von wo aus wir um 12:15Uhr nach
Boston fliegen wollten.
Das ging hier zu wie an einer Bushaltestelle und wir saßen um 9:15Uhr (!!) mit einem Bagel, den uns
eine Stewardess beim reinlaufen in die Hand gedrückt hatte, auf unseren Sitzplätzen.
Der „Freedom Trail“ ist ein, auf dem Bürgersteig, mit Roter Farbe oder roten Steinen markierter, ca.
4 km langer Streifen den man bequem zu Fuß abgehen kann und dann immer wieder an Plätze, die mit
der amerikanischen Revolution zu tun haben. Er beginnt an der ältesten öffentlichen Parkanlage
Amerikas dem Boston Commons Park und geht vorbei an den 16 wichtigsten historischen Plätze von
Boston wie z. B. das alte Meeting Haus, der Fanueil Hall, Quinci Market, dem Paul Revere’s Haus
und dem Bunker Hill in Charlestown.
Boston wurde im Jahre 1630 gegründet, ist die Hauptstadt von Massachusetts und ist nicht nur die
älteste Stadt Amerikas sondern auch eine wunderschöne Stadt und gefällt uns beiden sehr gut, vor
allem das nebeneinander von alt und neu kommt hier wunderbar zur Geltung.
So schön hier auch alles ist, es ist bitterkalt (in einigen Ecken liegt noch Schnee) und wir sind froh
„Quincy-Market zu sehen und uns in dieser überdachten Fußgängerzone etwas aufzuwärmen.
Auf unserem Weg, runter an den Hafen, laufen wir durch eine Großbaustelle, die Autobahn, die,
hochgelegen, mitten durch die Stadt läuft, soll demnächst untererdig verlaufen. Dafür müssen
Erdbewegungen von bisher ungekanntem Ausmaß vorgenommen werden. Es ist zwar eine kaotische
Baustelle aber ich glaube, wenn das hier einmal fertig sein wird, dann gewinnt Boston auf jeden Fall,
denn diese alte „Hochautobahn“ sieht nun wirklich nicht besonders schön aus.
In der Nähe des Hafens kaufen wir zwei Tageskarten für die bekannten Bostoner Trolleys, das sind
alte Pferdewagen, die zu Bussen umgebaut wurden und bei denen der Busfahrer auch der Reiseleiter
ist und während der ganzen Tour alles erklärt. Unser Fahrer spricht leider nur „Kaugummienglisch“
und wir verstehen fast kein Wort aber er ist ein ganz lustiger und macht mit jedem seine Späße.
In Boston gibt es viele Garten- und Parkanlagen mit zum Teil riesigen Baumbeständen. Leider sind
um diese Jahreszeit die Bäume und Sträucher alle kahl. Das möchte ich gerne einmal im Spätsommer
oder gar im Herbst sehen. Ich kann mir vorstellen, dass dies unbeschreiblich schön sein muss.
Während unserer Fahrt bin ich immer wieder fasziniert von den wunderschönen alten Bauten und den
vielen Denkmälern und den Kirchen mit ihren herrlichen Türmen und vor allem von den riesigen
Parkanlagen. Wir sehen das, mit 62 Stockwerken und 241 Metern, höchste Bauwerk der Stadt, den
John Hancock Tower, seine Außenwände sind ganz mit Spiegelglas verkleidet, und er ist gleichzeitig
auch der höchste Wolkenkratzer in ganz Massachusetts.
Nach dem Überqueren des Charles River unterbrechen wir unsere Trolley Tour (System hop-on,
hop-off) und fahren mit der U-Bahn nach Cambridge und sehen uns dort Amerikas älteste Universität
Harvard an. Hier, wo sich sonst ca. 30000 Studenten aufhalten ist es jetzt in der Osterzeit sehr ruhig
und wir können uns in aller Ruhe alles ansehen. Ein herrlicher Ort und alles sehr gut gepflegt und sehr
sauber. Was muss hier wohl los sein wenn das Studentenleben in vollem Gange ist, denn bei so vielen
Cafes und kleinen Restaurants ist hier bestimmt abends die Hölle los. (Man müsste noch mal 20 sein.)
Nachdem wir wieder an unserer Bushaltestelle ankommen, staunen wir nicht schlecht, denn unser
Busfahrer hat eine komplette Runde durch die Stadt gedreht und holt uns wieder ab, also geht das
Lachen mit diesem Komiker weiter bis zur Endstation.
Bevor wir wieder rüber zum Airport fahren, laufen wir trotz der Kälte noch ein wenig durch die Stadt.
In einem kleinen Cafe trinken wir einen heißen Kaffee und stellen fest, das die Menschen hier sehr
offen und vor allem sehr freundlich und hilfsbereit sind. Wenn man ihnen eine Frage stellt, sind sie
vor lauter Hilfsbereitschaft gar nicht mehr zu bremsen. Wir kaufen noch ein paar Souvenirs und dann
geht’s zum Flughafen und um 21:05Uhr hebt unsere Maschine ab in Richtung Las Vegas.
Für mich war’s heute wieder so ein unvergesslicher, ein herrlicher Tag, mit einem Frühstück in New
York, einem Mittagessen in Boston und einem Abendessen in Las Vegas.
Der Tag meines 45sten Geburtstags hat 27 Stunden gedauert und nicht nur deshalb werde ich diesen
26. März 1997 niemals vergessen.
.................I will remember Massachusetts............... Nicht einmal im Traum hätte ich damals daran gedacht das ich das alles, 30 Jahre später, einmal erleben würde….. Hier komme ich jederzeit gerne wieder hin! |